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Überfliegerin

Posted by prleichtathletik

„Ich war eigentlich nie der Überflieger“, sagt Moana-Lou Kleiner und muss dann selbst lachen. Denn derzeit hat sie ein wahrer Höhenrausch erfasst. Vor zwei Wochen steigerte die Stabhochspringerin vom SC Potsdam ihre persönliche Bestleistung erst auf vier Meter und dann sogar im selben Wettkampf auf 4,10 Meter. Am vergangenen Sonntag bestätigte die 16-Jährige diese Leistung mit 4,05 Meter und dem Sieg bei den Norddeutschen U20-Meisterschaften der Leichtathleten in Neubrandenburg.

Prominente Trainingspartnerin

Die ein Jahr ältere Leni Freyja Wildgrube, im Vorjahr U18-Europameisterin und Siegerin bei den Olympischen Jugendspielen, scheiterte indes an ihrer Anfangshöhe von 3,75 Meter. Dass Moana-Lou Kleiner nun aus dem Schatten ihrer prominenten Trainingspartnerin sprang, wäre vielleicht übertrieben, zumal beide ein freundschaftliches Verhältnis haben, das weniger vom Konkurrenzdenken bestimmt ist. „Wir sind befreundet, trainieren und haben Spaß zusammen. Bei uns gibt es keinen Zickenkrieg“, sagt Moana-Lou Kleiner. „Wir gehen fair miteinander um. Da gibt es keinen Machtkampf nach dem Motto: Ich bin die Bessere. Natürlich motivieren wir uns gegenseitig und richten uns wieder auf, wenn eine mal einen schlechten Tag erwischt hat. Ein Salto-Nullo kann im Stabhochsprung ganz schnell mal passieren. Das ist kein Beinbruch.“

4,16 Meter sind das nächste Ziel

Dennoch macht Letztere nun Jagd auf den U18-Landesrekord von Leni Wildgrube, die im Vorjahr 4,15 Meter in der Halle sprang. An den 4,16 Metern scheiterte Moana-Lou Kleiner in Neubrandenburg noch knapp. „Aber ich will diese Höhe noch schaffen“, hat sich die Schülerin der 11. Klasse der Sportschule fest vorgenommen, die die derzeitige Winterferienwoche nutzt, um Theoriestunden für die Fahrschule zu absolvieren. „Die Fahrerlaubnis mit 17 zu haben, wäre doch klasse“, meint sie. „Je eher ich das geschafft habe, desto besser. Nächstes Jahr bin ich wegen des anstehenden Abiturs in der Schule sicher mehr gefordert.“

Talent für den Stabhochsprung

Moana-Lou Kleiner verdankt ihren ungewöhnlichen Vornamen, der aus dem Hawaiianischen stammt, der Vorliebe ihrer Eltern für die Pazifik-Insel. „Meine Eltern sind begeisterte Windsurfer und hatten ihre Hochzeitsreise nach Hawaii“, erzählt die älteste Tochter. Auch ihre jüngeren Schwestern Noelani (14) und Maylea Liv (12) tragen außergewöhnliche Vornamen. Beide sind übrigens als Volleyballerinnen beim SC Potsdam aktiv. Auch Moana-Lou Kleiner spielte einst Volleyball. „Aber die Trainer haben mir gesagt, mein Talent für die Leichtathletik sei größer. So habe ich mich auf die Leichtathletikkonzentriert. Aber ich war nie die Schnellste oder konnte am weitesten springen. Ich musste mir das alles hart erarbeiten. Stabhochsprung hat mir am meisten Spaß gemacht. Und ich bin immer am Ball geblieben. Wenn bestimmte Übungen bei mir nicht gleich klappten, habe ich jeden Tag so lange immer wieder geübt, bis ich es konnte.“

Mit 14 Schritten Anlauf

Seit zwei Jahren trainiert Moana-Lou Kleiner bei Toralf Neumann, der über seinen Schützling sagt: „Moana ist athletisch sehr gut. Sie hat sich da reingefuchst, macht das immer besser. Außerdem haben wir den Anlauf von zehn auf 14 Schritte verlängert.“ Vielleicht wäre sie schon ein Stück weiter, hätte im Vorjahr nicht ein Bandscheibenvorfall ein Stoppzeichen gesetzt. „Aber nun ist alles wieder geheilt, ich habe keine Probleme“, sagt die Sportschülerin. „Ich wusste, dass ich diese Höhen drauf habe. Bei dem Wettkampf hat alles gepasst.“

Übrigens springt Moana-Lou Kleiner nun mit jenen 4,15 Meter langen Karbon-Stäben, die Leni Wildgrube im Vorjahr benutzte. Die U18-Europameisterin hat inzwischen eine neue Kollektion. Mit sechs Stäben reist Moana-Lou Kleiner, deren Markenzeichen die langen weißen Socken sind, gewöhnlich zu den Wettkämpfen. Um genügend Halt zu haben, schmiert sie sich die Hände mit Harz ein wie es etwa auch die Handballer als Haftmittel benutzen. Bei den Deutschen Jugend-Meisterschaften in knapp drei Wochen in Sindelfingen will sie wieder zum Höhenflug ansetzen.

(Quelle: Text - Märkische Allgemeine Online, Peter Stein/ Foto: Gerhard Pohl ) 

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