Joachim Kirst

Joachim Kirst

 

 

1.  In welchem Alter haben Sie mit der Leichtathletik begonnen und wie sind Sie dazu gekommen?

  • Als ich 13 Jahre alt war nahm ich an einem Sichtungswettkampf der KJS Bad Blankenburg/ Thüringen teil. Meine Leistungen waren eher mittelmäßig. Überzeugt waren wohl die Trainer von meiner Körpergröße (1,83 m) und dass ich die 4 kg Kugel über 10 m stieß. So wurde ich am 02.Januar 1961 in die KJS eingeschult.

2.  Was hat Sie an der Leichtathletik und vor allem an ihrer Disziplin, dem ….. , besonders beeindruckt?

  • An der Sportschule wurde ich mit allen Disziplinen der Leichtathletik konfrontiert und hatte zunächst in den Sprung- und Wurfdisziplinen Erfolge. Als 13-jähriger konnte ich 1,61 m hochspringen (im Schersprung!), die 4 kg Kugel stieß ich knapp 12 m, das Diskus- und Speerwerfen fiel mir leicht, ich wollte in allen Disziplinen gut sein. Es machte mir nichts aus bei Wettkämpfen in 5 Disziplinen an den Start zu gehen. Manchmal war ich in zwei Disziplinen am Start, die zur gleichen Zeit ausgetragen wurden. 1963 wurde ich DDR B- Jugendmeister im Achtkampf, das war wohl das entscheidende Erlebnis, dass ich mich später für den Zehnkampf entschied.

3.  Welcher war der schönste Moment in ihrer Leistungssportlichen Karriere?

  • Die Erringung des zweiten EM Titels im Zehnkampf 1971 in Helsinki. Die Siegerehrung war sehr emotional. Ich hatte den härtesten meiner Zehnkämpfe gewonnen.

4.  Wer war damals ihr persönliches Vorbild?

  • Valerie Brumel, damaliger Hochsprung- Weltrekordler aus der UdSSR, der den perfektesten Straddle sprang und der mit dem gestreckten Schwungbein an den Basketballkorb springen konnte. Beides, seine Technik und seine Sprungfähigkeit   inspirierte mich im Training immer wieder.

5.  Hatten Sie zu ihrer aktiven Zeit ein Motto bzw. haben Sie heute noch ein Motto?

  • Zehnkampf ist die Herausforderung zehnmal immer wieder etwas aus sich herauszuholen, den Kampf auch gegen sich selbst zu bestehen – zehn mal mehr und zehnmal anders als ein Einzelkämpfer zu sein. In schwierigen Situationen handle ich auch heute noch nach diesen Grundsätzen.

6.  Ist es Ihnen schwer gefallen, Ihre sportliche Karriere zu beenden?

  • Ich musste meine aktive Zeit als Leistungssportler krankheitsbedingt relativ frühzeitig beenden. Die Erkenntnis, dass nichts mehr geht, war einer der bitteren Momente in meinem Leben.

7.  Wie blicken Sie im Nachhinein auf Ihre Leistungssport-Karriere zurück? Hat sie sich gelohnt oder war der Preis zu hoch?

  • Der Leistungssport, insbesondere die Leichathletik hat mein Leben geprägt. Wenn man zwei Mal Olympia erleben durfte und zwei Mal Europameister wurde, hat man so ziemlich alle Emotionen, die der Sport bietet, erlebt. Bis zu meinem beruflichen Ruhestand hatte ich das Glück als Trainer diese Erfahrungen an den Leichtathletik- Nachwuchs weitergeben zu können.

8.  Wo sehen Sie zurzeit vor allem Handlungsbedarf in der Sportförderung?

  • Mit dem Erhalt der Sportschulen ist eigentlich die Grundlage gegeben, die Talente zu finden die wir brauchen. Das Problem liegt in der Weiterführung der Talente nach der Schulausbildung. Wir verlieren oftmals Talente, weil die berufliche Absicherung fehlt.

9.  Wie Sieht ihr Alltag heute aus? Spielt die Leichtathletik noch eine Rolle?

  • Ich bin seit 2014 Rentner. Bis dahin war ich als Leichtathletiktrainer tätig. Die letzten 12 Jahre leitete ich ein Talent- Leistungszentrum im Thüringer Leichtathletik- Verband. Jetzt lebe ich in Lehnin, mache, je nach Lust, Musik in meinem kleinen Tonstudio und treffe mich regelmäßig mit meiner ehemaligen Zehnkampf- Trainingsgruppe in Potsdam zum Athletiktraining.

10.Was würden Sie einem Nachwuchsathleten heute mit auf den Weg an die Weltspitze geben?

  • Wenn man die Chance hat Olympia als Leistungssportler zu erleben, sollte man mit aller Konsequenz auf dieses Ziel hinarbeiten. Für diese wenigen Jahre seines Lebens, die man dafür zur Verfügung hat, muss man alles diesem Ziel unterordnen. Das schließt ein, auf die vielen Annehmlichkeiten, die das heutige Leben bietet, verzichten zu können.

Adresse

Leichtathletik- Verband Brandenburg

Olympischer Weg 2

14471 Potsdam

Tel: 0331 - 900100

Fax: 0331 - 900101

 
 

 

 

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