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Empfehlungen für das Training während der Corona-Einschränkungen

Liebe Sportfreunde,
seit kurzem ist der Sportbetrieb unter bestimmten Auflagen im Freien und ab dem 28.05.2020 auch wieder in Sporthallen und Sporträumen möglich.
Wir haben euch die wichtigsten rechtlichen Regelungen und einige Empfehlungen für das Training während der Corona-Pandemie zusammengestellt. Hierbei handelt es sich lediglich um Empfehlungen bzw. Beispiele. Jeder Verein muss diese an seine örtlichen Gegebenheiten anpassen und zudem die speziellen Regelungen und Auflagen des zuständigen Kreises bzw. der Gemeinde beachten. Wir empfehlen deshalb immer eine Rücksprache beim zuständigen Gesundheitsamt des Landkreises bzw. der Stadt.

1. Verordnung über Maßnahmen zur Eindämmung des neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 und COVID-19 in Brandenburg (SARS-CoV-2Eindämmungsverordnung - SARS-CoV-2-EindV) vom 8. Mai 2020, geändert durch Verordnung vom 19. Mai 2020

§ 6 Sportstätten, Sportbetrieb und Spielplätze
(1) Der Sportbetrieb auf und in allen öffentlichen und privaten Sportanlagen, Schwimmbädern, Fitnessstudios, Tanzstudios sowie der Betrieb von Thermen, Wellnesszentren und ähnlichen Einrichtungen ist untersagt (auch soweit diese Einrichtungen Bestandteil von Beherbergungsstätten sind). Dies gilt nicht für öffentliche und private Sportanlagen unter freiem Himmel
1. zur Wahrnehmung schulischer Bewegungsangebote, 2. für den kontaktfreien Sport- und Trainingsbetrieb im Breiten- und Freizeitsport.
Satz 1 gilt nicht für den Trainingsbetrieb der Berufssportlerinnen und -sportler und der Kaderathletinnen und -athleten der olympischen und paralympischen Sportarten an Bundes- oder Landesstützpunkten oder an den Olympiastützpunkten. Er gilt auch nicht für den Betrieb von öffentlichen und privaten Marinas, Bootsanlegestellen und vergleichbaren Einrichtungen.
(2) Die Nutzung nach Absatz 1 Satz 2 schließt die Nutzung von WC-Anlagen sowie das Betreten von Gebäuden zum Entnehmen und Zurückstellen von Sportgeräten, zum Holen und Bringen von für den Sport benötigten Tieren und zu deren Versorgung ein. Andere Sanitäreinrichtungen sowie Umkleideräume und -kabinen von Sportanlagen dürfen nicht genutzt werden.
(3) Weitere Ausnahmen von der Untersagung nach Absatz 1 Satz 1 können in begründeten Einzelfällen durch schriftliche Genehmigung des zuständigen Gesundheitsamts zugelassen werden.
(4) Der Besuch und die Nutzung öffentlich zugänglicher Spielplätze und -flächen unter freiem Himmel durch Kinder bis zum vollendeten 14. Lebensjahr ist nur gestattet, wenn durch eine anwesende aufsichtsbefugte Person die Einhaltung des Abstandsgebots und der Hygieneregeln sichergestellt wird.


2. Informationen des MBJS
Kontaktloser Sport im Freien
Kontaktloser Sport- und Freizeitsport auf allen öffentlichen und privaten Sportanlagen im Freien ist seit 15. Mai 2020 ohne besondere Genehmigung erlaubt. Demnach kann beispielsweise auf dem Vereinsgelände wieder Individualsport im Freien wie beispielsweise Leichtathletik, Fitness, Radsport, Tennis oder Reitsport unter Berücksichtigung der Abstands- und Hygieneregeln trainiert werden. Dies bedeutet zugleich, dass man sich für diese Zwecke – auch über die Kontaktbeschränkungen hinaus – wieder beispielsweise in Vereinen zum Sporttreiben treffen darf: Für jeden Sport, der gemäß § 6 Eindämmungsverordnung zugelassen ist, müssen die Abstands- und Hygieneregelungen eingehalten werden, aber die Gruppengröße ist nicht beschränkt.
Wettkämpfe und Wettbewerbe unter freiem Himmel sind nicht generell untersagt. Es sind aber die Abstandsregelungen und Hygienevorschriften strikt einzuhalten. Beispielsweise ist ein Tennismatch mit einem sinnvollen Hygieneplan kein Problem.
Individualsport ohne die Nutzung von Sportanlagen ist weiterhin möglich, unter Einhaltung der Kontaktbeschränkungen (allein, im Kreis der Angehörigen des eigenen Haushaltes oder mit Personen eines weiteren Haushaltes).
Es gibt keine zahlenmäßige Begrenzung für den kontaktlosen Sportbetrieb im Breiten- und Freizeitsport unter freiem Himmel. Eine zahlenmäßige Begrenzung ergibt sich lediglich aus der Einhaltung der Abstands- und Hygieneregelungen.
Beim Trainingsbetrieb ist folgendes zu beachten:
• Abstandsgebot stets mindestens 1,5 Meter, • Einhaltung der Hygieneregeln des RKI.
Dies gilt sowohl für den kontaktlosen Breiten- und Freizeitsport unter freiem Himmel auf dem Vereinsgelände als auch für den kontaktlosen Breiten- und Freizeitsport im öffentlichen Raum.
Kontaktloser Sport in Räumen
Ab 28. Mai 2020 darf in allen öffentlichen und privaten Indoor-Sportanlagen, wie Turn- und Sporthallen, Fitness- und Tanzstudios sowie ähnlichen Einrichtungen wieder kontaktlos in geschlossenen Räumen trainiert werden, Voraussetzung ist ein einrichtungsbezogenes Hygienekonzept. Damit sind Indoor-Sportarten wie Tanzen, Fitness, Gymnastik, Tischtennis und Kegeln – unter Berücksichtigung der geltenden Abstands- und Hygieneregeln, ohne Begrenzung der Gruppenstärke – wieder möglich. Ab 13. Juni 2020 können Schwimm-, Spaß-, Freizeit- und Thermalbäder sowie sonstige Badeanlagen in geschlossenen Räumen wieder Gäste empfangen.

Hygienemaßnahmen und Abstandsregelungen sind einzuhalten
Sportstättenanbieter und -betreiber sowie Sportvereine sind aufgefordert, durch geeignete technische oder organisatorische Vorkehrungen das Infektionsrisiko auf ein Minimum zu reduzieren. Der Zugang zur Sportanlage ist so zu gestalten, dass:
• alle Personen stets einen Mindestabstand von 1,5 Metern zueinander einhalten, • keine Ansammlungen von Personen entstehen, • regelmäßig Hygiene- und Desinfektionsmaßnahmen erfolgen, insbesondere bei der Nutzung von Geräten, • ein regelmäßiger und stündlicher Austausch der Raumluft durch Frischluft erfolgt und • die Kontaktdaten der Nutzenden erhoben werden.
Alle Sportlerinnen und Sportler müssen zudem durch deutliche Hinweise auf die Hygiene- und Abstandsregeln aufmerksam gemacht werden.


3. Die zehn Leitplanken des DOSB

Distanzregeln einhalten Ein Abstand von mindestens 1,5 - 2 Metern zwischen den anwesenden Personen trägt dazu bei, die Übertragungswahrscheinlichkeit von Viren deutlich zu reduzieren. Auf Grund der Bewegung beim Sport ist der Abstand großzügig zu bemessen. Die Steuerung des Zutritts zu den Sportanlagen sollte unter Vermeidung von Warteschlangen erfolgen.

Körperkontakte müssen unterbleiben Sport und Bewegung sollten kontaktfrei durchgeführt werden. Auf Händeschütteln, Abklatschen, in den Arm nehmen und Jubeln oder Trauern in der Gruppe wird komplett verzichtet. Die Austragung von Zweikämpfen, z. B. in Spielsportarten, sollte unterbleiben. In Zweikampfsportarten kann nur Individualtraining stattfinden

Mit Freiluftaktivitäten starten Sport und Bewegung an der frischen Luft im öffentlichen Raum oder auf öffentlichen und privaten Freiluftsportanlagen erleichtern das Einhalten von Distanzregeln und reduzieren das Infektionsrisiko durch den permanenten Luftaustausch. Spiel- und Trainingsformen sollten, zunächst auch von traditionellen Hallensportarten, im Freien durchgeführt werden.

Hygieneregeln einhalten Häufigeres Händewaschen, die regelmäßige Desinfektion von stark genutzten Bereichen und Flächen sowie der Einsatz von Handschuhen kann das Infektionsrisiko reduzieren. Dabei sollten die Hygiene- und Desinfektionsmaßnahmen bei gemeinsam genutzten Sportgeräten besonders konsequent eingehalten werden. In einigen Sportarten kann der Einsatz von Mund-Nasen-Schutzmasken sinnvoll sein.

Vereinsheime und Umkleiden bleiben geschlossen Die Nutzung von Umkleiden und Duschen in Sporthallen und Sportvereinen wird vorerst ausgesetzt. Die Gastronomiebereiche bleiben, wenn keine anderslautenden Öffnungen in den
jeweils Länderverordnungen unter Auflagen ermöglicht werden, geschlossen, ebenso wie die Gesellschafts- und Gemeinschaftsräume.

Fahrgemeinschaften vorübergehend aussetzen In der Übergangsphase sollte auf die Bildung von Fahrgemeinschaften zum Training und zu Wettkämpfen verzichtet werden. Ebenso ungeeignet ist der Einsatz von Minivans. Zudem ist auf touristische Sportreisen zu verzichten.

Veranstaltungen und Wettbewerbe unterlassen Um die Distanzregeln einzuhalten, sollten derzeit keine sozialen Veranstaltungen des Vereins stattfinden. Dies gilt sowohl für Festivitäten als auch für Versammlungen. Die Bundesregierung hat es Vereinen kurzfristig gestattet, ihre Mitgliederversammlungen im Bedarfsfall auch digital durchzuführen. Zudem sind jegliche Zuschauerveranstaltungen in den Vereinen untersagt. Nicht gestattet sind – mit wenigen Ausnahmen in einigen Bundesländern für kontaktfreie Sportarten - zunächst auch sportliche Wettbewerbe.

Trainingsgruppen verkleinern Durch die Bildung von kleineren Gruppen beim Training, die im Optimalfall dann auch stets in der gleichen Zusammensetzung zusammenkommen, wird das Einhalten der Distanzregeln erleichtert und im Falle einer Ansteckungsgefahr ist nur eine kleinere Gruppe betroffen bzw. mit Quarantäne-Maßnahmen zu belegen. In einigen Bundesländern geben notwendige Quadratmeterflächen pro Sportler eine Orientierung.

Angehörige von Risikogruppen besonders schützen Für Angehörige von Risikogruppen ist die Teilnahme am Sport ebenfalls von hoher Bedeutung. Umso wichtiger ist es, das Risiko für diesen Personenkreis bestmöglich zu minimieren. Individualtraining kann eine Option sein.

Risiken in allen Bereichen minimieren Dieser Punkt ist insbesondere ein Appell an den gesunden Menschenverstand. Wenn man bei einer Maßnahme ein ungutes Gefühl hat, sich über die möglichen Risiken nicht im Klaren ist, sollte darauf verzichtet werden und alternativ eine risikofreie Aktivität gesucht werden.

(Quelle: https://cdn.dosb.de/user_upload/www.dosb.de/Corona/18052020_ZehnLeitplan...)


4. Was ist zusätzlich zu beachten?

- Training in maximal Kleingruppen im Verhältnis 1:5 (größere Gruppen sind derzeit nicht erlaubt)

- Umsetzung der Verordnungen des jeweiligen Gesundheitsamtes
- Desinfektions- und Hygieneplan (wer organisiert die Hygienestandards und beaufsichtigt diese -> genauestens Protokoll darüber führen) muss vorliegen
- Belegplan der Sportstätte führen mit den genauen Namen der nutzenden Personen und die Uhrzeit
- Belehrung und Aufklärung über die Verhaltens- und Hygienestandards durchführen und protokollieren (Händedesinfektion, Husten- und Nieshygiene, Abstand, etc.) - Ausfüllen des Fragebogens https://www.leichtathletik.de/fileadmin/user_upload/11_Verband/2020-04-0... (aktuelle Unterschrift vor jedem Training, dass der Sportler bzw. der Haushalt des Sportlers keine Krankheitssymptome aufweisen) -> Aufsichtsperson muss dies prüfen
- Tragen von Masken für Trainer
- Desinfektion der Sportgeräte, wenn eine gemeinsame Nutzung erfolgt


Beim DOSB, beim DLV, beim MBJS sowie auf den Internetseiten der Kreise und Gemeinden findet Ihr weitere wertvolle Informationen zum.


5. Beispiele für Übungen bzw. Spiele

Linienbus – Orientierungslauf

Laufspiel in der Gruppe. Die Kinder stehen hintereinander in einer Reihe. Das vorderste Kind ist der „Busfahrer“ mit seinen hinter ihm mitlaufenden Fahrgästen. Die Fahrer achten darauf, dass sich die „Fahrgäste“ wohl fühlen, dass den Fahrgästen auf den hinteren Sitzplätzen nicht schlecht wird. In den Kurven vorsichtig fahren. Es werden gemeinsam in der Halle verteilte Posten (z.B. Städte) angelaufen. Variationen:

• alle „Städte“ anlaufen, anschauen und sich merken • nach Fahrplan (feste Reihenfolge) Städte abfahren • Symbole abfahren • Fahrhrgäste aus- und umsteigen lassen • auf Zeit als Wettkampf

Hierbei muss die Abstandsregel eingehalten werden. Dies kann aber auch mit einem Seil erfolgen, welches bei kleineren Kindern vor Vorteil ist.


Sprint-ABC über Hindernisbahn

Verschiedene „Hindernisbahnen“ (Material: Seile, Joghurtbecher, Fahrradreifen, Markierungskegeln, BlockX, ...) werden überlaufen / übersprintet. Die Abstände der Hindernisse betragen zwischen 2 und 6 „Fuß“. Variationen:

• 2, 3 oder mehr Bodenkontakte • wechselnde Bodenkontakte zw. Hindernissen (2-3-2-3-...) • Zusatzaufgaben: abwechselnd über dem Kopf in die Hände und auf die Oberschenkel klatschen • Klatschfolge: hinten, vorne, oben • unter dem rechten/linken Schwungbein klatschen • mit Partner/Gruppe synchron überlaufen. Die Kinder sollten alle Hindernisbahnen nach und nach ausprobieren. Dabei suchen sie sich eigenständig zu den einzelnen Aufgabentypen „ihre“ jeweilige Bahn, die sie individuell herausfordert.

Bitte genügend Zeitabstand bzw. auch Abstand zwischen den Bahnen einhalten.

Reifenspringen

Springen in und um einen Fahrradreifen (alternativ ein zum Kreis gelegtes Sprungseil). Dabei werden die Sprungfolgen von einem Kind (oder Trainer) ein- oder beidbeinig hinaus und hinein gesprungen vorgemacht und sollen nachgesprungen werden. Die Anweisung zu Beginn (Stand im Reifen): „Stellt euch vor, ihr steht in einer Uhr und sollt zur 12 springen, dann in die Uhr um zur 3 zu springen,...“ unterstützt die Bewegungsvorstellung zur Lösung der Bewegungsaufgaben. Variationen: • Richtungsangaben der Sprungfolgen nach der Uhrzeit: o Im Uhrzeigersinn Uhrzeiten abspringen (12 –3 –6 –9 –12 Uhr) und wieder zurück (Blick immer zur 12)
o Immer in Richtung Uhrzeit (aus der Uhr hinaus) schauen o Immer in die Uhr hineinschauen • Intensivierung –einbeinig springen, (mit Drehung, Drehung ohne Armeinsatz) • Sprungfolge synchron in der Kleingruppe einüben • Sprungfolge synchron in der Großgruppe • bei 12 und 6 Uhr in die Hände klatschen • bei allen Uhrzeiten in die Hände klatschen • mit Musikunterstützung (Möglichkeit eines fließenden Übergangs zur Aerobic)

Kreuzsprünge

Ein- oder beidbeinig auf einem „Linienkreuz“ stehen und Sprungaufgaben lösen. Die Landung erfolgt immer direkt auf dem Kreuz. Aufgabenstellungen:

• einbeinige Sprünge rechts/links • „Uhrzeiten“ springen (¼ , ½ , ¾ oder ganze Drehung) • ohne Armeinsatz (Hände in Seithalte) • mit geschlossenen Augen • Kombination oben genannter Aufgabe

Koordinative Aufgaben mit dem Tennisball

Ein Tennisball wird auf den Boden geworfen, um ihn dann wieder zu fangen. Während der Ball in der Luft ist, müssen Bewegungsaufgaben gelöst werden. Bevor der Ball auf dem Boden aufkommt, muss dieser gefangen werden. Variationen:

• Unterschiedliche Bewegungsaufgaben vor dem Fangen • 10x vor dem Fangen in die Hände klatschen • Werfen mit der anderen Hand (8x klatschen) • auf den Boden werfen, 1x (2x, 3x) drehen, fangen • auf den Boden werfen, mit dem Po stoppen • auf den Boden werfen, hinsetzen und im Sitzen fangen • auf den Boden werfen, hinsetzen, aufstehen, fangen • Mit Partner abklatschen vor dem Fangen • In der Gruppe mit Fangen des linken/rechten Partners.

Die Wurfaufgaben sollten immer mit links und rechts geübt und gelöst werden (bilaterale motorische Ausbildung). Voraussetzungen für die Wurfspiele ist, dass jeder einen eigenen Ball bekommt und dieser hinterher desinfiziert wird.

(Quelle der Spiele: https://www.leichtathletik.de/fileadmin/user_upload/09_Jugend/01_Kinderl...)

Adresse

Leichtathletik- Verband Brandenburg

Olympischer Weg 2

14471 Potsdam

Tel: 0331 - 900100

Fax: 0331 - 900101

 
 

 

 

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