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DLV Disziplincheck - Gehen

Posted by prleichtathletik

Das Leichtathletik-Jahr 2017 neigt sich dem Ende entgegen. Es ist viel passiert in den vergangenen Monaten – mit Hallen-EM, Team-EM und den Weltmeisterschaften in London sowie vier internationalen Nachwuchsmeisterschaften. Wir blicken in unseren jährlichen Disziplinanalysen zurück auf die Highlights und ziehen Bilanz. Heute: das Gehen der Männer.

Fazit des Bundestrainers

Ronald Weigel, wie fällt Ihre Bilanz für das WM-Jahr 2017 aus?

Ronald Weigel:

Die positive Entwicklung in der Disziplingruppe Gehen der Männer konnte auch 2017 erfolgreich fortgesetzt werden. Alle Kaderathleten haben ihre individuellen Leistungsziele erfüllt. Die deutschen Geher wiesen bei den internationalen Meisterschaften ihre Zugehörigkeit zur Weltspitze beziehungsweise zum Weltspitzen-Anschlussbereich mehrfach eindrucksvoll nach. Auf beiden Gehstrecken können wir aktuell immer für die internationalen Meisterschaften die maximale Teilnehmerzahl stellen. Unser Kaderpotenzial hat die Fähigkeiten, sich auch über 2020 hinaus erfolgreich im internationalen Maßstab zu entwickeln.

Bei der WM London starteten fünf deutsche Geher. Mit einer Top-Leistung im Nationen-Punktebereich durch Christopher Linke, welche zugleich die beste Ausdauerleistung für den DLV darstellte, drei persönlichen Bestleistungen und einer Jahresbestleistung glänzten unsere WM-Starter und erreichten mit einem Fünften, Zehnten, 13., 15. und 17. Platz das Ziel. Ein tolles Gesamtergebnis der Disziplingruppe Gehen für den DLV, welches auch medial eine nachhaltige Außendarstellung für die Athleten war. In der Addition der 20 Kilometer-Resultate hätten die deutschen Geher den zweiten Platz in einer WM-Teamwertung erreicht! Bei der vorangegangenen WM 2015 in Peking war Hagen Pohle mit seinem 18. Platz noch der beste deutsche Geher gewesen.

Zwei historische Einzelsiege gab es im Vorfeld der WM durch Christopher Linke und Nachwuchsgeher Leo Köpp beim Europacup in Podebrady. Das 20-Kilometer-Team der Männer erkämpfte sich dort den zweiten Platz. Starke kämpferische Leistungen boten die Geher auch wieder bei der U23-EM, bei der die beiden Erfurter Karl Junghannß mit der Silbermedaille und Jonathan Hilbert mit einem sechsten Platz tolle Ergebnisse erzielten. Auch Nathaniel Seiler wies als junger Geher mit seinen 20- und 50 Kilometer-Leistungen eine hoffnungsvolle Leistungsentwicklung nach.

Für all die erzielten Leistungen, Entwicklungen und die Zusammenarbeit in der Disziplingruppe möchte ich mich bei jedem einzelnen Athleten und ihren Trainern sowie bei den Personen, die uns im nacholympischen Jahr tatkräftig unterstützt haben, herzlichst bedanken!

Was war für Sie das ganz persönliche Highlight?

Ronald Weigel:

2017 gab es wie schon in der Bilanz festgestellt einige erfreuliche Leistungen: Christopher Linke hat sich in der absoluten Weltspitze endgültig etabliert. Sein Europacup-Sieg, der erste Einzelsieg eines deutschen Spitzen-Gehers überhaupt in diesem internationalen Wettbewerb mit mehr als 50 Sekunden Vorsprung, war eine phänomenale Leistung.

Für seine offensive Wettkampfgestaltung im WM-Wettbewerb in London wurde Christopher leider nicht mit einer Medaille belohnt. Sein fünfter Platz stellt dennoch eine großartige Leistung dar.
Die weiteren WM-Starter Carl Dohmann (10. Platz), Karl Junghannß (13. Platz), Nils Brembach (15. Platz) und Hagen Pohle (17. Platz) boten dem Publikum mit ihren persönlichen Bestmarken tolle kämpferische Leistungen. Mit den dort erreichten Zeiten erzielten sie auch gleichzeitig ihre beste Leistung beim internationalen Jahreshöhepunkt.

Leo Köpp hat mit seinem U20-Sieg beim Europacup über 10 Kilometer auch etwas Historisches vollbracht und dabei eindrucksvoll sein Talent nachgewiesen. Er wird zukünftig im Spitzenkader seine Leistungsentwicklung weiter positiv forcieren können. Karl Junghannß konnte mit dem Gewinn der Silbermedaille über 20 Kilometer bei der U23-EM und der Bestzeit bei der WM über 50 Kilometer nachweisen, dass er auf beiden Gehstrecken sein Potenzial erfolgreich weiterentwickelt hat. Letztendlich zählen für mich auch die persönlichen Bestleistungen als Zeichen einer positiven Leistungsentwicklung zu den Highlights.

Worin sehen Sie die Aufgaben und Ziele für die kommende Saison mit der Heim-EM 2018 in Berlin?

Ronald Weigel:

Die Ergebnisse 2017 sind für das gesamte Team motivierend, und sie werden deshalb auch in der Vorbereitung auf die kommende Heim-EM bei allen Athleten Kräfte für neue Trainingsreize und Trainingsbelastungen freisetzen. Jeder Athlet „brennt“ darauf, die Straßen von Berlin für den DLV erfolgreich „zu begehen“. Anfang Mai gilt es zuvor, sich bei der Team-WM der Geher in China mit der gesamten Weltspitze zu messen und damit gleichzeitig eine internationale Standortbestimmung unserer Geher vorzunehmen.

Die Aufgaben für diese Teilziele auf dem Weg nach Tokio 2020 sind vielschichtig und würden an dieser Stelle den Rahmen sprengen. Wir gehen die notwendigen Anforderungen und Herausforderungen in der Disziplingruppe wie schon in den Jahren zuvor gemeinsam an. Richtungweisend ist immer das aktuelle Weltniveau.

Übersicht aller Ergebnisse finden Sie HIER

(Quelle: DLV)

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